Grand Theft war eine einmalige Explosion von Heavy-Rock-Wahnsinn aus Seattle im Jahr 1972. Was als augenzwinkernder Seitenhieb auf die Bombastik von Bands wie Grand Funk Railroad begann entwickelte sich schnell zu etwas Rohes Echtem und ganz Eigenem. Dave Barohs knurrende Gitarrenriffs Kevin Marins donnernder Bass und Phil Klitgaards ursprüngliches aber präzises Schlagzeugspiel schnitten wie eine knallende Peitsche in einer stürmischen Nacht durch die Luft. Ihre einzige LP die in einer einzigen chaotischen Session aufgenommen wurde fängt einen Moment ungefilterter Energie ein. Tracks wie Scream (It's Eating Me Alive) und Closer to Herfy's entstanden aus koffeinreichen langen Nächten Insiderwitzen scharfem Verstand und einer neuen Hingabe an die Aggressivität. Mit Radio-DJ/Manager Burl Barer der das Chaos lenkte erlangte das Album regionale Bekanntheit einen Dream Date-Promo-Wettbewerb und sogar Lob von Lester Bangs. Live-Auftritte waren selten - spontane ohrenbetäubende Blitzauftritte - aber die Legende von Grand Theft wuchs noch lange nach der Auflösung der Band weiter. Was als flüchtiger Scherz begann wurde zu einer Proto-Metal-Kuriosität einer Wildcard im Deck des frühen 70er-Jahre-Rock. Grand Theft bleibt ein Zeugnis des ungezähmten Geistes des Rock und ein Urschrei angesichts der Konvention.
